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Wir Jungsozialist*innen in der SPD Mecklenburg-Vorpommern begreifen uns als sozialistischen, feministischen, internationalistischen und antifaschistischen Richtungsverband innerhalb der Mutterpartei.

Wir sind ein linker Teil der SPD und arbeiten kritisch an der progressiven Gestaltung von Politik in ihr und der Gesellschaft. Grundlage für unsere politischen Vorstellungen und Ziele bildet unser Menschenbild ausgehend und getragen von der Vorstellung, dass jeder Mensch ein vollkommenes und selbstbestimmtes Leben zu führen erstrebt. Dieser Anspruch in uns allen führt zu individuellen Lebensentwürfen. Sie dienen als gedankliche Richtschnur zur eigenen Verwirklichung, um unseren Platz in der Gesellschaft zu finden, Leid von uns zu nehmen und letztendlich Zufriedenheit zu erlangen. Es ist dieser Wesenszug des Menschen, der uns alle zu einer menschlichen Gemeinschaft zusammenführt, die wir für die Umsetzung unserer Lebensentwürfe brauchen.

Die Jungsozialist*innen sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Herrschaftssystem Kapitalismus, die kapitalistische Produktionsweise und das Patriarchat überwunden werden müssen, um ein freies, gerechtes, selbstbestimmtes und vor allem solidarisches Leben für alle möglich zu machen. Nur wenn Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität erkämpft werden, gibt es eine menschliche Gesellschaft.

Freiheit…

… ist für uns neben einem vernünftigen Maß an individueller Handlungsfreiheit vor allem auch innere Entfaltungsfreiheit, also die Fähigkeit den individuellen Lebensentwurf zu entwickeln und umzusetzen

Gerechtigkeit…

… wird am besten mit den Worten von Karl Marx beschrieben: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinem Bedürfnis“. Alle sollen somit zur gesellschaftlichen Entwicklung nach ihren Möglichkeiten beitragen und verdienen nach ihren eigenen Bedürfnissen den Anteil der gesellschaftlichen Güter.

Solidarität…

… ist der Anspruch an uns, über die Grenzen unserer eigenen Umstände hinwegzusehen und die Hindernisse und Probleme des Mitmenschen auf dem Weg zur Verwirklichung seines Lebensentwurfes als Aufgabe für sich selbst zu begreifen. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind nicht erreicht. Sie bleiben unsere Aufgabe. Unser Ziel bleibt daher der demokratische Sozialismus. Dieser orientiert sich an unserem humanistischem Menschenbild und den sich daraus ergebenden Grundwerten. Das kapitalistische Agieren der Gesellschaft stößt nicht nur im sozialen Bereich an seine Grenzen, sondern auch im ökologischen. Wachstum darf nicht auf Kosten der Grundpfeiler menschlicher Existenz gebilligt werden. Wir müssen die Grenzen des Planeten Erde anerkennen und Politik auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen, sowie Wirtschaft nachhaltig gestalten. Dazu gehört es aber auch, ein ökologisches Bewusstsein zu verankern. Jede*r ist ein Teil einer ökologischen Verantwortung, welcher sich gestellt werden muss, beginnend an der Wurzel des eigenen Alltages.

Toleranz und Solidarität

Zur eigenen Verwirklichung gehört auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Gleichberechtigung aller Menschen. Dies kann nur durch Dekonstruierung des Geschlechterverhältnisses umgesetzt werden. Im sozialistischen Feminismus ist das letztendliche Ziel ein geschlechtsneutraler Humanismus. Jegliche Form von Sexismus oder Homophobie müssen durch politische Mittel und eine gendergerechte Sprache bekämpft werden. Wir lehnen jede Ideologie ab, die andere Menschen diskriminiert, von gesellschaftlicher Teilhabe und dem Leben in der Gemeinschaft ausgrenzt oder Menschen in irgendeiner Form benachteiligt. Deswegen sehen wir jeden Kampf gegen jedwede Form von Faschismus, Antisemitismus, Rassismus, Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus als eine unserer zentralen Aufgaben an. Die Losung „Keinen Fußbreit den Faschisten“ ist für uns eine konkrete Anweisung. Solange es in der Welt noch menschenverachtendes Gedankengut gibt, wollen wir den Kampf mit jenen, die dieses verbreiten, aufnehmen. Die Mittel, die wir hierfür verwenden, sind politische Bildung, eine lebendige Demokratie, ziviler Ungehorsam und passiver Widerstand.

Friedliche Weltgemeinschaft

Unsere Antwort auf Angst und Hass lautet Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität und der Glaube an eine friedliche Weltgemeinschaft. Wir lehnen Nationalismus und Militarismus generell ab und sehen die Abschaffung aller Nationalstaaten und deren Grenzen als eines unserer Hauptziele an. Dieses Ziel kann nur gemeinsam mit unseren Partner*innen auf der ganzen Welt erreicht werden. In diesem Sinne begreifen wir uns als international ausgerichtete Organisation, die mittels internationaler Solidarität und Kooperation handelt. Wir sind kein pazifistischer Verband. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus zeigen, dass Faschismus und Barbarei nicht durch appeasement bekämpft werden können. Dennoch sind militärische Mittel stets nur der letzte Ausweg und kein Mittel zum Zweck. Das Ziel einer friedlichen und solidarischen Weltgemeinschaft ist unser Leitbild.

Arbeit des Verbandes

Die innerverbandliche Basis unserer Projekte wollen wir breit bauen. Dies ist eine gemeinsame Aufgabe, die von uns allen Dialogbereitschaft erfordert. Die Vorstellung von der Beeinflussung und Gestaltung der Politik in diesem Sinne ist es, die uns motiviert und unseren Weg beschreibt. Sie ist Ausgangspunkt für die Arbeit im und mit dem Verband. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, engagieren wir uns in Politik und Gesellschaft. Wir arbeiten mit und an uns, als Verband, aber auch als Individuum. Eines unserer zentralen Werkzeuge ist die politische Bildung. Darüber hinaus wollen wir die grundlegende Frage beantworten, was „demokratischer Sozialismus“ sein kann und welche Schritte auf dem Weg notwendig und sinnvoll sind.

Die praktische politische Arbeit vermitteln wir, indem wir das Handwerkszeug zur Betätigung im politischen Raum diskutieren und verbreiten. Die Durchführung politischer Aktionen in der Öffentlichkeit und die Durchsetzung von politischen Zielen innerhalb der SPD sind unsere Aufgaben als politischer Verband. Progressive Entwicklung. Uns und die SPD hier bewegungsorientiert zu entwickeln und sich nicht nur auf Gremien und Parlamente zu konzentrieren, ist zentral. Wir wollen mit der SPD und durch die SPD gesellschaftliche und politische Mehrheiten für fortschrittliche Politik erringen, bewahren uns jedoch auch unsere Kritikfähigkeit. Wir Jusos verstehen Karriereleitern so: Die Besetzung von politischen Positionen ist dann notwendig, wenn wir inhaltliche Schwerpunkte setzen wollen und so unserem Ziel der Veränderung der Gesellschaft näherkommen können. Generell gilt: politische Ämter dürfen für uns Jusos kein Selbstzweck werden. Zur Vollendung unserer Ziele müssen wir jedoch auch direkt in die Zivilgesellschaft hineinarbeiten.

Wir stehen allen unseren Partner*innen, egal ob international oder national und egal ob aus der Zivilgesellschaft oder unserer Mutterpartei kommend, in einer kritischen Solidarität gegenüber.

Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht du? Wann, wenn nicht jetzt?

Du siehst, unsere Vorstellungen von einer veränderten Gesellschaft gehen weiter als viele Entwürfe der SPD. Trotzdem sind wir Jusos Mitglieder in der SPD, denn wir wollen als linke Arbeitsgemeinschaft die SPD verändern. Alle politischen Fragen der letzten Jahre haben gezeigt: Immer hat sich in der SPD entschieden, wie solidarisch die Politik unserer Gesellschaft gestaltet war. Der Einsatz für fortschrittliche Politik war und ist also immer auch eine Auseinandersetzung um die Richtung der SPD-Politik.

Und wo kann dieser Kampf um die SPD effektiver geführt werden als in der SPD selbst? Wir Jusos wollen nicht einfach nur regiert werden; wir wollen mitbestimmen, unter welchen Bedingungen wir in Zukunft einmal leben und arbeiten werden. Wer soll denn etwas ändern, wenn nicht wir? Und wann, wenn nicht jetzt?


Jusos arbeiten in der SPD und in verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen aktiv mit. Mitmachen kann bei uns aber jede*r, unabhängig davon, ob du SPD-Mitglied werden willst oder nicht! Wichtig ist, dass wir gemeinsam etwas verändern.

Jetzt eintreten!