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Mehr als 1.000 Zuschauer bei Filmtour erreicht

Freitag, 17.August 2012 von Jusos MV

Arbeitskreise, Presse, Rechtsextremismus

Im August erinnern wir nicht nur der Gewaltakte von Rostock-Lichtenhagen, sondern treiben auch die Prävention vor rechter Gewalt voran. Daher haben wir Jusos aus Mecklenburg – Vorpommern eine Filmtour in unserem Land durchgeführt, bei der wir den Berlinale-Film „Blut muss fliessen – Undercover unter Nazis“ zeigten und jeweils nach den Vorstellungen mit dem Regisseur Peter Ohlendorf diskutierten. Der Journalist Thomas Kuban, der aus Sicherheitsgründen diesen Namen als Pseudonym verwendet, unterwanderte als Neonazi getarnt die Szene der Rechts-Rockkonzerte und klärt in diesem Dokumentar-Film darüber auf, wie wichtig die Musik für die rechte Szene ist. Dies wird nicht nur durch die, auf Schulhöfen verteilten, Rechts-Rock-CDs als „Einstiegsdroge“ deutlich, sondern auch durch die Nominierung von Frank Rennicke als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.

Unsere Stationen waren neben Grevesmühlen und Wismar auch Rostock. Den fulminanten Abschluss bildeten die Vorführungen in Greifswald. „Blut muss fliessen“ wurde über „Endstation Rechts“, eine Initiative der Jusos, an insgesamt sieben Schulen gezeigt und erreichte dabei über 600 Schüler_innen. Im Anschluss daran kamen die Schüler_innen mit dem Regisseur des Films und auch mit Vertretern von Endstation Rechts ins Gespräch. In den regen Diskussionen ging es nicht nur um den eigenen Kontakt zu rechtsradikaler Musik oder die Gefahren und die Folgen der heimlichen Filmaufnahmen für Thomas Kuban, sondern auch um die Debatte des NPD-Verbots und auch um die Fanszene von Hansa Rostock.
Ein wichtiger Punkt der Diskussion war auch die oft gestellte Frage „Was kann ich als Schüler tun?“
Dabei muss es nicht einmal das Engagement in einem Bündnis oder einer Partei sein: Schon im Kleinen beginnt die Prävention gegen rassistische Gedanken. Wahrscheinlich kennt jeder Stammtischfloskeln und diskriminierende Witze, die auch im Freundes- oder Familienkreis aufgegriffen werden. Hier gilt es zu hinterfragen, sich zu informieren, nachzuhaken und Vorurteile zu widerlegen.

An drei Abenden wurde der Film dem öffentlichen Publikum präsentiert: Im Filmbüro MV in Wismar, im Peter-Weiss-Haus in Rostock sowie im Cinestar in Greifswald. Auch hier stieß sowohl der Film, als auch die anschließende Diskussion auf großes Interesse. Es wurde ausgiebig über den „Raubbau“ an der kommunalen Kulturlandschaft und den Rückzug der „etablierten Parteien“ (Achtung: Neonazi-Jargon!) aus dem ländlichen Raum diskutiert, einem Raum in dem die Neonazis auf fruchtbaren Boden für ihre Ideologien stoßen. Mehr als 500 Zuschauer besuchten diese öffentlichen Vorstellungen. In Greifswald war der Andrang so groß, dass wir spontan eine weitere Abendveranstaltung und eine improvisierte Diskussion im Foyer mit Unterstützung von Theaterleiter Rene Römer organisierten. Allein hierzu erschienen über 250 Interessierte.

Andy Mamerow, einer der Organisatoren der Reihe: “Ich freue mich ganz besonders, dass soviele ehrenamtliche Helfer hier dabei waren. Das ist nicht immer selbstverständlich und zeigt was durch ehrenamtliches Engagement erreicht werden kann.”

Die Filmtour war ein voller Erfolg für uns Jusos im ganzen Land, der ohne die Unterstützung von zahlreichen engagierten Lehrer_innen und Veranstalter_innen mit jeweils passenden Räumlichkeiten unmöglich gewesen wäre. Wir danken nochmals allen Helfern und Unterstützern, die an dem Projekt mitgewirkt haben.

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