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Selektion war gestern!

Dienstag, 13.September 2011 von Jusos MV

Arbeitskreise, Bildung, Presse, Termine

Aber das kann doch eigentlich jeder“, sagt eine Erstklässlerin zu ihrer nervösen Mitschülerin, die es einfach nicht ganz hinbekommen mag, mit der Rechenaufgabe 2 + 3. Schon ist der Beobachtende mittendrin im Geschehen des inklusiven Unterrichts. Vergangenen Monat lud der LAK Bildung Jusos zum Besuch der Martinschule in Greifswald ein. In kleinen 2er-Teams setzten wir uns in die Klassenräume der Grundschule. Den SchülerInnen wurden im vornherein die BesucherInnen kurzum als „Nachwuchspolitiker“ vorgestellt. Fragen, über die Voraussetzungen und die Praxis von inklusivem Unterricht wurden hier hautnah beantwortet. Gleich 3 Unterrichtspersonen in ebenso vielen Räumen betreuen die kaum über 15 Personen reichenden Klassen. Gelehrt wird nach Werkstattprinzip, also in einem offenen Unterricht, in dem die Kinder selbstständig vom ersten Schultag an ihre Materialien bearbeiten und sich Hilfsmittel nehmen können. Die LehrerInnen und SonderpädagogInnen unterstützen bei Bedarf, sind aber stets beschäftigt. In jeder Klasse gibt es ein Kind, welches einzeln betreut wird.

Nach dem Besuch des Unterrichts stellte sich der Schulleiter Herr Skladny unseren kritischen Fragen. Natürlich gäbe es auch an seiner Schule eine Reihe von Problemen. Manche seien erst durch gewisse Mittelkürzungen des Landes zustande gekommen. Viele Herausforderungen teile die Martinschule aber mit anderen Schulen, was zum Beispiel Mobbing oder Rechtsextremismus anginge.

Wunderbar auf das Thema Inklusion eingestimmt, ging es nächsten Tag zur Fachtagung der GEW mit dem Titel „all inclusiv“. Hier diskutierten wir uns durch eine Reihe spannender Foren zu Einzelaspekten. Gerade das integrative Pilot-Projekt auf Rügen wurde noch einmal in großes Tagungsrunde unter die Lupe genommen. Klar wurde: Ein Konsens über integrative Standards zur Eingliederung von FörderschülerInnen an Regelschulen besteht nicht.

Anschließend an das, fragte sich die Runde des AK Bildung auf seiner letzten Sitzung ernsthaft, ob eine einfache Anpassung des jetzigen Schulsystems dem Anspruch auf „Eine Schule für alle“ überhaupt gerecht werden kann. Klar ist, der Wandel zur inklusiven Schule wird das Bildungssystem einen mächtigen Kraftakt kosten. Über die Grundlage für diesen Wandel, nämlich, was Inklusion eigentlich genau bedeutet, setzt sich eine neue Arbeitsgruppe innerhalb des LAK Bildung ein, an der sich gerne jede/r beteiligen kann.

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