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Die Ausbildungsplatzlüge

Freitag, 8.April 2011 von Jusos MV

Presse

Der aktuelle Berufsbildungsbericht hat festgestellt, dass im Jahr 2010 insgesamt 320.000 Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle gesucht haben, in sogenannten Übergangssystemen geparkt wurden. Dazu Bernd Woldtmann, Vorsitzender der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in Mecklenburg-Vorpommern: „Kurzfristig gedachte Bewerbungstrainings und Einstiegsqualifizierungen ohne echte Eingliederungsintention bilden den Alltag vieler junger Menschen in Deutschland. Dies bestätigt sogar die OECD in ihrem Bericht „Bildung auf einen Blick 2010“.

Dennoch behaupten die wirtschaftlichen Interessenverbände und die amtierende Bundesregierung hartnäckig, es gäbe mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Das ist schlichtweg eine dreiste Lüge! Richtig ist, dass sich das Angebot mit 580.000 Ausbildungsplätzen auf den drittniedrigsten Stand innerhalb der letzten zehn Jahre befindet und der Bedarf an Ausbildungsplätzen der – von der Bundesagentur für Arbeit als ausbildungsreif eingestuften – Jugendlichen das entsprechende Angebot um mehr als das Vierfache übersteigt! Den eindeutigen Beleg dafür liefert der Berufsbildungsbericht!

Eine Reformbedürftigkeit des Übergangssystems wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) als dringend notwendig erachtet. Ein Vorschlag des DGB sieht vor die Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz finden, in einer Berufsschule ein erstes Ausbildungsjahr absolvieren zu lassen. Die Jugendlichen würden dann im nächsten Ausbildungsjahr entweder in eine duale oder eine außerbetriebliche Ausbildung unter Anerkennung der bisher absolvierten Ausbildungsinhalte übergehen.

Bernd Woldtmann geht noch einen Schritt weiter: „Die seit Jahren abgehaltenen Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben nachweislich nicht zum Erfolg geführt. Die Zeit für die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage ist längst überfällig! Es kann nicht sein, dass sich einerseits ständig über Fachkräftemangel beschwert wird und anderseits zu wenig Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden.“

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